Aktuelle Information ÖBH
So oft durchqueren ausländische Militärtransporte Österreich
Von 1. Jänner bis 10. November 2025 durchquerten insgesamt 4.967 militärische Transporte ausländischer Streitkräfte österreichisches Staatsgebiet, wie das Verteidigungsministerium bekanntgab. Demnach führten 22 verschiedene Länder Transite durch, die Transite dienten überwiegend der Teilnahme an Übungs- und Ausbildungsvorhaben, an wissenschaftlichen und sportlichen Veranstaltungen sowie der logistischen Versorgung und Verlegung von Truppenteilen in andere Staaten. Direkte Lieferungen militärischer Güter in ein kriegsführendes Land über österreichisches Hoheitsgebiet wurden nicht genehmigt.
„Österreich ist als zentral gelegenes Land seit Jahrzehnten Teil internationaler Verkehrs- und Logistikkorridore”, wie es in der Aussendung heißt. Die Genehmigung dieser Transite erfolge demnach „einzelfallbezogen, transparent und unter strikter Wahrung der Neutralität”.
Gleichzeitig ist internationale militärische Mobilität kein einseitiges Phänomen. Auch das Österreichische Bundesheer ist in hohem Maß auf internationale Ausbildungs- und Übungstätigkeit angewiesen. Moderne Sicherheitsherausforderungen seien „zunehmend international geprägt und können nur gemeinsam mit Partnerstaaten bewältigt werden”, wie es aus dem Verteidigungsministerium heißt. Und weiter: „Gemeinsame Übungen stärken die Interoperabilität, verbessern die Zusammenarbeit und ermöglichen den Austausch von Erfahrung und Know-how.”
Im Jahr 2025 hat das Österreichische Bundesheer 704 Ausbildungsentsendungen administriert. Dabei wurden rund 2.400 Soldatinnen und Soldaten in 44 Länder entsandt. Darüber hinaus nahm das Bundesheer an 35 internationalen Übungen teil. Zur Vorbereitung dieser Übungen wurden weitere 102 Planungskonferenzen, Workshops und Erkundungsmaßnahmen durchgeführt, wofür insgesamt 1.202 Personen entsandt wurden.
„Diese internationalen Entsendungen ermöglichen es, unter realistischen Bedingungen zu üben, die im Inland oft nicht vollständig abgebildet werden können”, heißt es in der Aussendung. „Die dabei gewonnenen Erfahrungen erhöhen unmittelbar die Einsatzbereitschaft des Bundesheeres und tragen zur Sicherheit Österreichs bei.”
„Internationale militärische Mobilität, sowohl durch genehmigte Transite internationaler Partner durch Österreich als auch durch die regelmäßige Entsendung österreichischer Soldaten ins Ausland ist damit Teil einer gelebten sicherheitspolitischen Realität. Sie erfolgt rechtskonform, transparent und unter konsequenter Wahrung der Neutralität. Ohne diese internationalen Austausch- und Übungsmöglichkeiten wäre das Österreichische Bundesheer schlechter ausgebildet, weniger einsatzbereit und Österreich insgesamt weniger sicher”, so Verteidigungsministerin Klaudia Tanner.
Abschließend hält das Verteidigungsministerium fest: „Internationale Militärtransite durch österreichisches Staatsgebiet erfolgen auf klarer gesetzlicher Grundlage und im Einklang mit der immerwährenden Neutralität der Republik Österreich. Jeder einzelne Transit ausländischer Streitkräfte wird beantragt, geprüft und gemäß den Bestimmungen des Truppenaufenthaltsgesetzes sowie im Einvernehmen mit dem Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten genehmigt.”
FOTOS©Bundeswehr
Österreich steuert auf eine Verlängerung des Grundwehrdienstes zu
20. Januar 2026
Die Weichen sind gestellt: Die von Verteidigungsministerin Klaudia Tanner Anfang Juni des vergangenen Jahres eingesetzte Wehrdienstkommission hat heute ihre Vorschläge zur Modernisierung des Wehrdienstes präsentiert. So viel vorweg: In allen Varianten geht es dabei um eine Verlängerung des Grundwehrdienstes sowie um die Einführung verpflichtender Milizübungen – und in einigen Varianten zukünftig sogar um eine Wehrpflicht für Frauen.
Die Ergebnisse wurden im Rahmen einer Pressekonferenz von Generalmajor Erwin Hameseder, Leiter der Wehrdienstkommission, Brigadier a.D. Walter Feichtinger, stellvertretender Vorsitzender der Kommission, sowie Ferdinand Mayer, Leiter der Zivildienstagentur, vorgestellt.
Wehrdienstkommission legte Modelle zur Weiterentwicklung des Grundwehrdienstes vor
Zur Einordnung: Verteidigungsministerin Klaudia Tanner hatte die Wehrdienstkommission Anfang Juni 2025 eingesetzt. Ziel war es, alternative Modelle zur Weiterentwicklung des Wehr- und Zivildienstes zu erarbeiten und zugleich Antworten auf die seit Jahren diskutierte personelle Befüllung der Miliz zu finden.
„Die sicherheitspolitische Lage in Europa hat sich durch den Angriffskrieg auf europäischem Boden und durch weltweite Krisenherde dramatisch verschlechtert – so auch für Österreich. Dazu kommen Naturkatastrophen oder auch mögliche Blackouts. Vor diesem Hintergrund hat die militärische Landesverteidigung immer mehr an Bedeutung gewonnen”, so Verteidigungsministerin Klaudia Tanner damals. Und weiter: „Das Bundesheer als strategische Reserve Österreichs ist hier besonders gefordert und wird dies auch in Zukunft sein. Die Sicherheit unserer Bevölkerung muss im Zentrum aller unserer Handlungen stehen. Daher ist es wichtig, dass wir uns mit der personellen Befüllung und Ausgestaltung der Wehrpflicht befassen. Diese Herausforderungen können wir nicht rein militärisch betrachten, sondern muss gesamtstaatlich geschehen.”
Die Wehrdienstkommission setzte sich aus insgesamt 23 Mitgliedern zusammen. Diese waren in stimmberechtigte Mitglieder sowie Mitglieder mit beratender Funktion gegliedert. Vertreten waren unter anderem das Bundesministerium für Landesverteidigung, das Außenministerium, das Finanzministerium, das Bundeskanzleramt, die Zivildienstagentur sowie Vertreter aus Wirtschaft, Miliz, Sozialpartnerschaft und Jugendorganisationen.
Details zu den erarbeiteten Vorschlägen
In ihren insgesamt 13 Sitzungen erarbeitete die Wehrdienstkommission 49 Empfehlungen, 41 Vorschläge für begleitende Anreizsysteme sowie drei Modelle zur zukünftigen Ausgestaltung des Wehrdienstes, wie Generalmajor Erwin Hameseder im Rahmen der Pressekonferenz erklärte.
„Angesichts der aktuellen Sicherheitslage in Europa richten zahlreiche europäische Staaten ihre Wehrsysteme neu aus (-> Deutschland bereitet neuen Wehrdienst vor, -> Kroatien führt die Wehrpflicht wieder ein). Die Verteidigung und der Schutz der Bürgerinnen und Burger machen es in einigen Ländern erforderlich, mutige Schritte zu setzen, etwa höhere Verteidigungsausgaben vorzunehmen oder die Wehrpflicht wieder einzuführen”, so Hameseder weiter. „Auch die Republik Österreich ist keine Insel der Seligen. Die Auswirkungen des Krieges in der Ukraine sind täglich spürbar, und die Bevölkerung sieht sich mit der neuen Realität hybrider Kriegsführung konfrontiert. Umso wichtiger ist es, neben
finanziellen Investitionen auch die zeitlichen Rahmenbedingungen des Wehrdienstes stärker zu berücksichtigen, um eine überzeugende Verteidigungsfähigkeit sicherzustellen.”
Hameseder weiter: „Unsere Soldatinnen und Soldaten müssen durch ihre Ausbildung und ihr Training in die Lage versetzt werden, auf dem modernen Gefechtsfeld zu bestehen und Österreich sowie seine Bevölkerung verteidigen zu können. In diesem Zusammenhang gewinnt das Motto ,Kämpfen können, um nicht kämpfen zu müssen’ wieder an Bedeutung. Nur glaubwürdige Verteidigungsanstrengungen können potenzielle Gegner von Angriffen auf die Republik Österreich und ihre Bevölkerung abhalten.”
Die drei erarbeiteten Modelle beinhalten zwei rasch, bereits ab 2027 umsetzbare, und in den „Aufbauplan 2032+” integrierbare Möglichkeiten, die personelle Verteidigungsbereitschaft nachhaltig sicherzustellen. In beiden Fällen steigt die Gesamtdauer des Wehrdienstes durch vertiefte Ausbildung und wiederholende Trainings. Mit einem dritten Modell, dem Entwicklungsmodell, bietet die Wehrdienstkommission einen von der sicherheitspolitischen Gesamtsituation abhängigen Blick auf zukünftige Weiterentwicklungen des Österreichischen Bundesheeres an. Dieses in zwei Ausprägungen dargestellte Entwicklungsmodell kann aus Sicht der Kommission jedoch „erst nach unmittelbaren Maßnahmen zur Steigerung der personellen Einsatzbereitschaft und frühestens Mitte der 2030er-Jahre weiter beurteilt werden”, wie es im Rahmen der Pressekonferenz hieß.
Die Modelle „Österreich Plus“, „Schweizer Modell“ und „Stufenmodell“ im Detail
Das Modell „Österreich Plus” weist eine grundsätzliche Ähnlichkeit mit dem aktuellen Wehrdienstmodell beziehungsweise vorangegangenen Ausformungen des Wehrdienstes in Österreich auf. Der Grundwehrdienst dauert acht Monate. Nach dem Grundwehrdienst trainieren die Soldaten ihre militärischen Fertigkeiten in periodischen Milizübungen.
Das „Schweizer Modell” ist hinsichtlich der Dauer des Grundwehrdienstes und den Wiederholungskursen – abgesehen von einer Wehrpflichtersatzabgabe – angelehnt an die in der Schweiz bestehende Wehrdienstform. Der Grundwehrdienst dauert im „Schweizer Modell” vier Monate. Nach dem Grundwehrdienst trainieren die Soldaten ihre militärischen Fertigkeiten in periodischen Milizübungen.
Das „Stufenmodell” weist eine grundsätzliche Ähnlichkeit mit dem bestehenden Wehrdienstmodell beziehungsweise vorangegangenen Ausformungen des Wehrdienstes in Österreich auf. Der Grundwehrdienst dauert sechs Monate. Nach dem Grundwehrdienst erfolgen die weiterführende Truppenausbildung und Trainings der Soldaten in periodischen Milizübungen.
Das „Skandinavische Modell“ im Detail
Die Wehrdienstkommission erarbeitete außerdem ein sogenanntes „Entwicklungsmodell”, da eine begleitende Evaluierung der langfristigen personellen Sicherstellung des Wehr- und Wehrersatzdienstes empfohlen wurde. Dieses Entwicklungsmodell hat zwei von vorteilhaften beziehungsweise weniger vorteilhaften Entwicklungen der österreichischen und europäischen Sicherheitslage sowie gesamtgesellschaftlichen Entwicklungen abhängige Ausprägungen. Eine abgeschlossene Konsolidierung des Bundesheeres im Zuge des „Aufbauplans 2032+“ wurde für einen Übertritt zum Entwicklungsmodell ab Mitte der 2030er-Jahre vorausgesetzt. Als faktorenabhängige Ausprägungen entwickelte die Kommission ein „Skandinavisches Modell” und das Modell „Alle acht”.
Das „Skandinavische Modell” bedingt als Ausprägung des Entwicklungsmodells positive Entwicklungen („positive Tendenz”) des österreichischen und europäischen Sicherheitsumfelds, der gesellschaftlichen Gleichstellung der Geschlechter und der Wehrbereitschaft. Dieses Modell beruht auf einer geschlechtsneutralen, allgemeinen Wehrpflicht mit selektiver Heranziehung. Soldatinnen und Soldaten sollen primär aufgrund umfangreicher Anreizsysteme und vorwiegend auf freiwilliger Basis rekrutiert werden. Bei Personalmangel entscheidet das Los über eine verpflichtende Heranziehung zum Wehrdienst.
Das „Skandinavische Modell” sieht eine 16-monatige Dauer des Grundwehrdienstes bei anschließender selektiver Übungspflicht vor. Die Soldatinnen und Soldaten werden im Zuge des Grundwehrdienstes umfangreich ausgebildet und stehen für Einsätze jeglicher Art bereit. Bei entsprechender Freiwilligkeit können diese auch in Einheiten, die für Auslandseinsätze bereitgehalten werden, Dienst versehen.
Das Modell „Alle acht“ im Detail
Das Modell „Alle acht” stellt als weitere Ausprägung des Entwicklungsmodells eine Reaktion auf eine gravierende Verschlechterung der Sicherheitslage im österreichischen und europäischen Umfeld und nachhaltige Herausforderungen in der Personalbereitstellung dar („negative Tendenz”). Diese Ausprägung des Entwicklungsmodells ist die maximale Variante der Personalaufbringung durch eine geschlechtsneutrale allgemeine Wehrpflicht, um die Umfassende Landesverteidigung sicherzustellen.
Dieses Entwicklungsmodell sieht für alle Personen mit österreichischer Staatsbürgerschaft, unabhängig vom Geschlecht, einen Grundwehrdienst in der Dauer von acht Monaten beziehungsweise die Leistung des Zivildienstes vor. Alle Soldatinnen und Soldaten absolvieren dabei eine Basisausbildung und eine Truppenausbildung. Mit Ende des Grundwehrdienstes werden die Soldatinnen und Soldaten in Einsatzfunktionen beordert. Im Anschluss an den Grundwehrdienst ist eine bedarfsorientierte Einteilung zu regelmäßigen Übungen in der Gesamtdauer von circa 40 Tagen vorgesehen, um die notwendige Reaktionsfähigkeit zu erhalten. Die Heranziehung zu Milizübungen soll selektiv, primär nach freiwilliger Meldung beziehungsweise im Bedarfsfall über Einteilung (Losentscheid) erfolgen.
Fazit und Empfehlung der Wehrdienstkommission
Nach Prüfung und Abwägung aller relevanten Faktoren empfiehlt die Wehrdienstkommission das Modell „Österreich Plus”, so Hameseder. Folgende Punkte waren laut Bericht der Wehrdienstkommission für die Entscheidung für das Modell „Österreich Plus” ausschlaggebend:
· Am effektivsten in Bezug auf die zeitnahe Deckung des qualitativen und quantitativen Personalbedarfs sowie der geforderten militärischen Reaktionsfähigkeit;
· effizienteste Möglichkeit zur Leistung des Wehrdienstes oder eines entsprechend angepassten Ersatzdienstes;
· geringste Auswirkungen auf die Wirtschaft;
· geringste Auswirkungen auf das Budget;
· höchste Passung mit der bisherigen strategischen Kultur Österreichs und der gesamtgesellschaftlichen Wehrbereitschaft;
· schnellste Möglichkeit zur Wiederherstellung der vollumfänglichen personellen Einsatzbereitschaft des Österreichischen Bundesheers.
· „Die Entscheidung, welches Modell gewählt wird, liegt schlussendlich bei der Politik”, so Hameseder abschließend. Nachsatz: „Ein Nicht-Handeln ist aus Sicht der Kommission keine Option und wir erwarten uns von der Politik mutige Entscheidungen. Ohne Anpassung der Dauer des Wehrdienstes und ohne verpflichtende Milizübungen kann das Milizsystem nicht aufrechterhalten werden und ist die Stärkung der Verteidigungsbereitschaft Österreichs de facto nicht erreichbar.”
Verteidigungsministerin Klaudia Tanner zum vorgelegten Bericht: „Heute ist ein entscheidender Tag – mit heute beginnt der Diskussionsprozess darüber, wie der Wehrdienst und Wehrersatzdienst sowie die Miliz in Zukunft aussehen sollen. Ich bedanke mich für die engagierte und hochprofessionelle Arbeit der gesamten Wehrdienstkommission, die eine Grundlage erarbeitet haben.”
Tanner weiter: „Die weltweite Sicherheitslage hat sich in den letzten Jahren drastisch verändert. Österreich steht – wie viele andere Staaten – vor der klaren Aufgabe, die daraus notwendigen Schlussfolgerungen zu ziehen. Wir sind angesichts der geopolitischen Lage bereit, notwendige Veränderungen vorzunehmen. Wer Frieden, Freiheit, unsere Neutralität und die Bevölkerung schützen will, muss auch den Mut haben, die dafür notwendigen Maßnahmen umzusetzen!”
FOTOS©Bundesheer, Bundesheer/Trippolt, Militär Aktuell/Zacharias
Bundesheer feiert 13. Tag der Wehrpflicht in Wien
am 21. Januar 2026
Am Dienstag 20 01 2026 fand im Beisein von Verteidigungsministerin Klaudia Tanner der 13. Tag der Wehrpflicht unter dem Motto „Neue Modelle für den Wehr- und Zivildienst” im Haus der Industrie in Wien statt. Dabei wurden die Anliegen der Plattform „Wehrpflicht für ein wehrhaftes Österreich” vorgestellt, insbesondere zur Stärkung der umfassenden Landesverteidigung, der Wehrpflicht, des Milizsystems und der Budgetierung. Die Plattform umfasst 20 Mitgliedsverbände mit rund 200.000 Mitgliedern.
„Ohne Wehrpflicht würden die Aufgaben der Landesverteidigung in Österreich nicht funktionieren. Die Sicherheitslage hat sich in den vergangenen Jahren drastisch geändert – daher ist auch ein Umdenken erforderlich. Und mit dem heute vorgelegten Bericht der Wehrdienstkommission beginnt der Diskussionsprozess darüber, wie der Wehrdienst und Wehrersatzdienst sowie die Miliz in Zukunft aussehen sollen. Fakt ist, die Wehrpflicht ist die Basis für alles! Ohne Wehrpflicht gibt es keine Grundwehrdiener, ohne Grundwehrdiener gibt es keine Kadersoldaten und keine Miliz. Das eine kann ohne das andere nicht existieren”, so Verteidigungsministerin Klaudia Tanner.
Nach der Eröffnung durch Brigadier Erich Cibulka, Vorsitzender des Dachverbands, und den Grußworten von Verteidigungsministerin Klaudia Tanner. sprach Generalmajor a. D. Peter Fender, Generalsekretär des Dachverbands, über den Wehrdienst in der Zweiten Republik. Anschließend berichtete Generalmajor Erwin Hameseder, Vorsitzender der Kommission und Milizbeauftragter, über das Vorgehen und die Ergebnisse der Wehrdienstkommission 2025. Danach folgten Podiumsgespräche mit den Wehrsprechern der Parlamentsparteien.
Zu den Mitgliedsverbänden der Plattform „Wehrpflicht für ein wehrhaftes Österreich” zählen unter anderem die Offiziersgesellschaft, die Unteroffiziersgesellschaft, die Chargengesellschaft, der Milizverband Österreich, die Interessensgemeinschaft der Berufsoffiziere, die Vereinigung Österreichischer Peacekeeper, der Kameradschaftsbund, das Schwarze Kreuz sowie der Pharmazeutische Kameradschaftsbund. Der Dachverband selbst agiert parteipolitisch unabhängig und verpflichtet sich dem verfassungsmäßigen Auftrag der Landesverteidigung.
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Fotos HBF/Carina Karlovits
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LGA Niederösterreich bildet
Bundesheer-Ärzte aus
Erst kürzlich wurde die niederösterreichische Landesgesundheitsagentur (NÖ LGA) mit dem Miliz-Gütesiegel des Österreichischen Bundesheeres ausgezeichnet. Nun wurde eine weitere Kooperation mit dem Verteidigungsministerium (BMLV) zur Ausbildung von Militärärztinnen und -ärzten vereinbart. Eine Ärztin startete bereits Anfang Oktober im UK Tulln und absolviert dort ihre Ausbildungszeit.
Das BMLV und die NÖ LGA wollen so gemeinsam die ärztliche Ausbildung von Militärärztinnen und Militärärzten sicherstellen. „Mit dieser Kooperation stellen wir sicher, dass unsere Militärärztinnen und Militärärzte die bestmögliche Ausbildung in einem hochqualitativen Umfeld erhalten. Militärmedizin ist ein unverzichtbarer Bestandteil unserer Einsatzfähigkeit – sei es im Inlandseinsatz, im Katastrophenfall oder bei internationalen Missionen. Daher möchte ich mich bei allen Beteiligten für die hervorragende Zusammenarbeit bedanken”, so Verteidigungsministerin Klaudia Tanner.
Seit dem Wintersemester 2022/2023 stehen an der Medizinischen Universität Wien zehn gewidmete Studienplätze für angehende Militärmedizinerinnen und -mediziner zur Verfügung. Nun soll auch die weiterführende ärztliche Ausbildung – vom Klinisch-Praktischen Jahr (KPJ) bis zur Facharztausbildung – im Rahmen einer Kooperation mit der NÖ LGA erfolgen.
„Sicherheit und Gesundheit sind zentrale Anliegen für die Menschen – diese Kooperation verbindet beides. Niederösterreich leistet damit einen wichtigen Beitrag, um die medizinische Versorgung im Bundesheer auf hohem Niveau sicherzustellen, und gleichzeitig profitieren unsere Kliniken und das medizinische Personal von der Zusammenarbeit mit den Militärärztinnen und -ärzten”, erklärte Niederösterreichs Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner.
Die Ausbildungsübernahme erfolgt im Rahmen der verfügbaren Kapazitäten der NÖ LGA-Klinikenstandorte. Die Auszubildenden bleiben während der gesamten Ausbildungszeit im Dienststand des Bundes. Isabella Klaus startete am 1. Oktober im UK Tulln an der Abteilung für Psychiatrie und Psychotherapeutische Medizin und absolviert dort ihre verbleibende Ausbildungszeit von rund 36 Monaten im Sonderfach Psychiatrie und Psychotherapeutische Medizin.
NÖ LGA-Vorstand Gerhard Dafert ist ebenfalls zufrieden mit der Zusammenarbeit: „Wir freuen uns, dass das Bundesheer seine Ärztinnen und Ärzte künftig auch in den niederösterreichischen Kliniken ausbildet. Die angehenden Militärärztinnen und -ärzte erhalten bei uns eine praxisnahe und wissenschaftlich fundierte Ausbildung, modernste Infrastruktur und engagierte Teams, um so optimal auf die vielfältigen medizinischen Anforderungen vorbereitet zu sein – vom Routinebetrieb bis zu Ausnahmesituationen.”
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Militärakademie: Wechsel in der Führung des Akademikerbataillons
Am 29. Oktober 2025 fand an der Theresianischen Militärakademie die feierliche Verabschiedung des langjährigen Kommandanten des Akademikerbataillons, Oberst Gerhard Fleischmann, in den Ruhestand sowie die Übergabe des Kommandos an seinen Nachfolger, Oberst Markus Hornof, statt. Seit 1988 an der Militärakademie tätig – zunächst als Lehroffizier, später als Ausbildungsoffizier und Jahrgangskommandant und schließlich ab 29. April 2005 als Kommandant – hat Oberst Fleischmann nahezu das gesamte aktuelle Offizierskorps des Bundesheeres ausgebildet und geprägt. Entsprechend groß war das Interesse am Festakt, zu dem über 200 Gäste, darunter auch der Chef des Generalstabes, General Rudolf Striedinger, erschienen.
Verabschiedung von Oberst Gerhard Fleischmann
General Striedinger, selbst im Jahr 1997 Kommandant des Akademikerbataillons, betonte in seiner Ansprache die zentrale Bedeutung der Militärakademie und insbesondere des Akademikerbataillons für das Selbstverständnis des Bundesheeres. „Hier werden jene Offiziere ausgebildet und geprägt, die später das Leben im Bundesheer bestimmen“, so der Generalstabschef.
Die Aufgabe des Kommandanten sei eine entscheidende, da er maßgeblich mitbestimme, welche Persönlichkeiten das Offizierskorps prägen. An Oberst Fleischmann gerichtet, dankte Striedinger für dessen langjährige Verdienste, seine Vorbildwirkung durch körperliche Leistungsfähigkeit und Ausdauer sowie sein konsequentes Vorleben soldatischer Werte. Symbolisiert wurde der Kommandowechsel durch die Übergabe der Fahne des Akademikerbataillons, die Oberst Fleischmann an den Akademiekommandanten zurückgab, bevor sie an den neuen Kommandanten, Oberst Markus Hornof, weitergereicht wurde.
Oberst Markus Hornof übernimmt das Kommando
Oberst Markus Hornof ist 52 Jahre alt, verheiratet, Vater von vier Kindern und lebt im Bezirk Wiener Neustadt. Er begann seinen Dienst im Oktober 1992 als Einjährig-Freiwilliger beim Landwehrstammregiment 33 in Mautern und wurde 1996 als Angehöriger des Jahrgangs „Wellington“ zur Wachsicherungs- und Ausbildungskompanie des Fliegerregiments 1 nach Langenlebarn ausgemustert. Im Jahr 2002 folgte die Versetzung an die Militärakademie, wo er zunächst als Lehroffizier, später als stellvertretender Jahrgangskommandant und schließlich als Kommandant des Jahrgangs „Ritter von Lehmann“ eingesetzt war.
Danach war er als S3-Offizier und stellvertretender Kommandant des Akademikerbataillons tätig. Nach einer Verwendung als Lehrgangskommandant des Führungslehrgangs 1 im Institut für Offiziersweiterbildung übernahm er 2019 die Funktion des Hauptlehroffiziers Gefechtstechnik im Institut für Offiziersausbildung, wo er auch mehrere Lehr- und Ausbildungseinsätze im Ausland absolvierte. Zusätzlich bekleidete Oberst Hornof Milizfunktionen: Von 2018 bis 2021 als stellvertretender Kommandant des Jägerbataillons Wien 1, seit 2021 als Kommandant des Jägerbataillons Wien 2.
"Foto: Bundesheer/PAUL KULEC"
Am Samstag, dem 27. September 2025, musterten 76 Berufs- und 46 Milizoffiziere an der Theresianischen Militärakademie in Wiener Neustadt feierlich aus.
Die neuen Offiziere absolvierten eine vierjährige Ausbildung, die für Berufsoffiziere auch ein Fachhochschulstudium umfasst. Erstmals schlossen Offiziersanwärter der Fachrichtung IKT den neuen Studiengang „Militärische Informations- und Kommunikationstechnologische Führung“ ab.
Bundespräsident Alexander Van der Bellen und Verteidigungsministerin Klaudia Tanner nahmen an den Ausmusterungsfeierlichkeiten teil. Verteidigungsministerin Klaudia Tanner betonte dabei, dass jeder junge Mensch beim Bundesheer eine Investition in Österreichs Sicherheit ist und die „Mission Vorwärts“ für viel mehr stehe als nur für die Beschaffung neuer Ausrüstung.
Das Land Niederösterreich bündelt bei der Cyber Security die Kräfte verstärkt nun auch mit dem Bundesheer.
Es ist bei Weitem nicht nur die Kriminalität im Internet, die sich in den vergangenen fünf Jahren verdoppelt hat. Es sind groß angelegte Attacken, die von Profi-Hackern geritten werden. Oft werden Firmen, staatliche Institutionen oder auch Gemeinden, wie die Stadt Korneuburg, Ziel des Angriffs.
Große Chancen und Risiken
„Die Digitalisierung hat in alle Lebensbereiche Einzug gehalten. In Niederösterreich sehen wir hier ein immens großes Potenzial. Mit den Chancen gibt es aber auch viele Nachteile und Risiken“, sagt Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner bei der Besiegelung der Kooperationsvereinbarung zwischen Bundesheer und dem Verein Cyber Security Austria an der Fachhochschule St. Pölten, die vor allem mehr Verteidiger im europaweiten Cyberkrieg hervorbringen soll.
Tausende Experten fehlen
Das Land will die digitale Kompetenz von Unternehmen und Landsleuten stärken und festigen. Cyber Security sei aber auch für die Landesverteidigung immer wichtiger, betonte Ministerin Klaudia Tanner. „Es fehlen tausende Experten“, meinte sie bei der Unterzeichnung mit Security-Obmann Josef Pichlmayr.
Der Verein schaffte es entgegen dem Trend, Hunderte Mädchen und Frauen im Alter von 14 bis 56 Jahren in kostenlose Zusatzausbildungen zu bringen – in einem Bereich, wo es nur zehn Prozent weibliche Fachkräfte gibt! Dieses große Potenzial will man nutzen.
Unterzeichnung einer Kooperationsvereinbarung
Am Montag, 13. Mai, unterzeichneten Verteidigungsministerin Klaudia Tanner und der Obmann von Cyber Security Austria Josef Pichlmayr eine Kooperationsvereinbarung. Damit soll der Austausch zwischen Bundesheer und dem Verein Cyber Security Austria institutionalisiert und intensiviert werden. Hintergrund ist, dass das Bundesheer Fachkräfte sucht, um seine Cyberabwehr zu stärken.
Unterzeichnet wurde die Absichtserklärung zur Stärkung der Cybersicherheit an der FH St. Pölten im Beisein von Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner. Verteidigungsministerin Klaudia Tanner: „Die Cybersicherheit ist ein wesentlicher Teil unserer Landesverteidigung. Durch die Kooperation mit der Cyber Security Austria möchten wir einen besseren Schutz gewährleisten und zur intensiven Ausbildung hochqualifizierter Fachkräfte im Cyber Security Bereich beisteuern.“ Die Streitkräfte des Landes müssten sich „robust aufstellen“, unterstreicht Tanner die Bedeutung der Kooperation.
Das Ziel der Absichtserklärung ist ein intensiverer Austausch zwischen dem Bundesministerium für Landesverteidigung und der Cyber Security Austria. Wesentliche Punkte darin sind die IT Security Exzellenz, IT Security, IKT-Sicherheitswirtschaft und IKT*-Sicherheitsforschung. Zudem soll zu wichtigen Themen der Cyber-Defence und Cyber Sicherheit bundesweit Bewusstsein im Sinne der Umfangreichen Landesverteidigung geschaffen werden.
Weiters soll die IT Security in der Ausbildung einen höheren Stellenwert erlangen, um einerseits Fachkräfte auszubilden und in weiterer Folge auch für das Bundesheer zu gewinnen. Ein Cyber-Milizmodell soll ebenfalls entstehen. Landeshauptfrau Mikl-Leitner sagt, dass sich die Internetkriminalität in den vergangenen fünf Jahren verdoppelt hat, jeder sechste Angriff auch ein Unternehmen bereits erfolgreich sei und ein Drittel dieser Unternehmen auch Geld an Hacker überwiesen habe. Das zeige wie wichtig es sei, die Anstrengungen für bessere Cybersicherheit weiter zu verstärken. „Und dazu wird auch die Kooperation zwischen Verteidigungsministerium und Cyber Security Austria einen Beitrag leisten.“
Man wolle nicht nur bei der Nutzung der Digitalisierung top sein, sondern auch beim Schutz vor Internetkriminellen.
Bei der Cyber Security Austria handelt es sich um einen Verein zur Förderung der Sicherheit Österreichs strategischer Infrastruktur. Der Verein ist unabhängig, gemeinnützig und überparteilich. Die Sicherheitsinitiativen Austrian Cyber Security Challenge, Förderung der Sicherheit Österreichs strategischer Infrastruktur und INDUCE (Cyber Security Literacy And Dexterity through Cyber Exercises) stehen dabei im Vordergrund.
Kostenlose Hackerinnen-Trainings für Frauen
„Cyber Security ist ein hochspannendes Berufsfeld, ein Zusammenschluss verschiedener Disziplinen, von Informatik über Psychologie, Forensik und Rechtsfragen, bis hin zu Politik und Ethik. Wie in vielen Bereichen fehlen uns auch hier die Fachkräfte, vor allem aber das erst kaum ausgeschöpfte Potenzial von Frauen im Cyber Security Bereich. Wir als CSA bieten deshalb seit Dezember 2023 monatlich kostenlose Hackerinnen-Trainings auf für Frauen an. Das Interesse ist enorm, und die Teilnahme jederzeit möglich“, erläutert Stephanie Jakoubi. Sie ist Leiterin der „Hackinnen“-Agenden und überdies im Vorstand der CSA.
Bundesheer sucht laufend IT-Talente
Der Bereich Cyber Security spielt seit Jahren national und international eine immer größere Rolle. Die Austrian Cyber Security Challenge ist Österreichs erste IT-Security-Talentsuche zur Rekrutierung junger talentierter Menschen. Das Bundesheer sucht ebenfalls laufend Talente in diesem Bereich und ehemalige Teilnehmerinnen und Teilnehmer arbeiten nun im Verteidigungsministerium. Vor zwei Jahren startete der Fachhochschul-Bachelor-Studiengang für „militärische informations- und kommunikationstechnologische Führung“, für den sich zukünftige IKT-Offiziere bewerben können.
HBF/Karlovits, CARINA KARLOVITS
Das militärstrategische Ziel des "Österreichischen Bundesheeres 2032+" wurde festgelegt und lautet: Das "Österreichische Bundesheer 2032+" ist dazu befähigt, Österreich gegen jeden militärischen Angriff zu verteidigen und sein Volk zu schützen. Das Bundesheer ist verteidigungsfähig!
Neben einer Einweisung in laufende und geplante Beschaffungen erfolgte eine Darstellung der aktuellen Lage in Europa und den benachbarten Regionen. Die sicherheitspolitischen Entwicklungen haben die mit dem Streitkräfteprofil "Unser Heer" erfolgte Ausrichtung des Österreichischen Bundesheeres auf die militärische Landesverteidigung im Inland bestätigt.
Das Streitkräfteprofil "Unser Heer" bedeutet eine Hinwendung zum militärischen Schutz der Souveränität Österreichs mit Fokus auf das eigene Staatsgebiet. Solidarische Beitragsleistung in Form multinationaler Einsätze zur Stabilisierung konflikthafter Entwicklungen mit Auswirkungen auf Österreich und die EU bleiben aufrecht.
"AUFBAUPLAN ÖBH2032+"
Die dazu notwendige Neuausrichtung des Österreichischen Bundesheeres hat umfangreiche militärstrategische Planungen ausgelöst, die nunmehr mit dem "Aufbauplan ÖBH2032+" und dem "Zielbild ÖBH2032" zu ersten wichtigen Ergebnissen geführt haben.
Die militärstrategische Zielsetzung wird durch den "Aufbauplan Österreichisches Bundesheer 2032+" erreicht.
Das Zielbild "Österreichisches Bundesheer 2032" stellt das vorläufige Ergebnis der Streitkräfteplanung dar und beschreibt in der notwendigen Detaillierung, welche Fähigkeiten das Österreichische Bundesheer bis 2032 erhalten, ausbauen und vor allem aufbauen muss, um die militärstrategische Zielsetzung "verteidigungsfähig" zu erfüllen. Der Generalstabschef hat alle Kommandanten über die Einzelheiten des Zielbilds "Österreichisches Bundesheer 2032" informiert. Die allgemeine Marschrichtung ist somit vorgegeben.In den nächsten Monaten sind weitere Detailplanungen notwendig, um die Umsetzung des Aufbauplans voranzutreiben. Dazu wird die Truppe ab sofort eingebunden und es erfolgt schrittweise eine Informationskampagne zu "Österreichisches Bundesheer 2032+" mit weiteren Details.
Absicht des Chef des Generalstabes: Ohne Verzug mit der Umsetzung des "Aufbauplans ÖBH2032+" beginnen und bereits laufende Vorhaben weiter vorantreiben, um das Österreichische Bundesheer bis 2032 zu befähigen, die militärstrategische Zielsetzung zu erreichen
Wachsoldat in Flugfeld-Kaserne getötet
Am 06. Jänner 2023 wurde in der Flugfeld-Kaserne in Wiener Neustadt ein Wachsoldat getötet. Ein 20-jähriger Grundwehrdiener aus Niederösterreich bedrohte während der Wachablöse seine Kameraden und griff seinen Vorgesetzten, den Offizier vom Tag, einen 54-jährigen Unteroffizier aus dem Burgenland, tätlich an. Im Zuge der Auseinandersetzung kam es zur Abgabe mehrerer Schüsse, worauf der Grundwehrdiener tödlich getroffen wurde.
Der Unteroffizier überlebte den Vorfall verletzt und wird derzeit im Krankenhaus versorgt. Die Erhebungen zum genauen Tathergang wurden eingeleitet. Die Beteiligten werden derzeit durch den Heerespsychologischen Dienst betreut und eine Untersuchungskommission wurde eingesetzt.
Die Zuständigkeit bei den Ermittlungen liegt beim Landeskriminalamt Niederösterreich sowie der Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt.
Der tote Soldat ist am 5. September 2022 in Hörsching eingerückt und hat sowohl die Schieß-, als auch die Ausbildung zum Wachsoldaten und zum Wachkommandanten erfolgreich absolviert. Seit Mitte Oktober war er als Wachsoldat in der Flugfeld-Kaserne eingesetzt.
Der verletzte Unteroffizier (Dienstgrad Vizeleutnant) wurde im Krankenhaus versorgt, er hat aber keine Schussverletzung. Er ist seit 1987 beim Bundesheer, seit 2007 in der Flugfeld-Kaserne tätig und gilt als einsatzerfahrener Soldat mit diversen In- und Auslandseinsätzen. Er ist unbescholten und absolvierte regelmäßig, ein bis zwei Mal im Monat, den Dienst als "Offizier vom Tag".
Die eingesetzten Wachsoldaten bewachen die Zufahrt zum Kasernengelände. Die Wache besteht aus zwei Grundwehrdienern sowie dem Offizier vom Tag, einem Berufssoldaten, als Vorgesetzten. Der getötete Soldat war als einer der Grundwehrdiener als Wachkommandant eingeteilt. Zum Zeitpunkt des Vorfalls befanden sich die Wachsoldaten und der Offizier vom Tag im Wachlokal bei der Wachablöse.
Die Wachsoldaten sind mit einem Sturmgewehr 77 bewaffnet. Sie führen das Gewehr im halbgeladenen Zustand mit sich. Halbgeladen bedeutet, das Magazin mit der Munition ist angesteckt, aber es befindet sich keine Patrone im Lauf. Vor einer Schussabgabe muss man also "repetieren", damit die Waffe geladen ist. Im Magazin befinden sich 30 Schuss Munition, Kaliber 5,56 mm. Der Offizier vom Tag ist mit einer Pistole 80 (Glock17), einer Faustfeuerwaffe, bewaffnet. Er trägt die Pistole im geladenen Zustand in einem Sicherheitsholster bei sich. Im Magazin befinden sich 17 Schuss Munition, Kaliber 9 mm.
Der Gebrauch der Schusswaffe selbst ist streng reglementiert, und als "ein mit Lebensgefährdung verbundener Waffengebrauch" definiert (§19 MBG). Er ist gegen Personen nur im Rahmen der Notwehr und/oder der Nothilfe zulässig, sofern es keine andere, gelindere Möglichkeit gibt.
Rekrut des Jahres 2022:
Gefreiter Georg Felber
Heuer siegte in der Kategorie "Rekrut des Jahres" Gefreiter Georg Felber aus Niederösterreich. Georg Felber hat seinen Grundwehrdienst als sogenannter "Cyber-Grundwehrdiener" im Militärischen Cyberzentrum im Referat "Codeanalyse und technische Forensik" in Wien abgeleistet.
Analyse komplexer Malware-Probleme
Er zeigte seine beeindruckende Expertise bei der Analyse komplexer Malware-Probleme aus aktuellen Angriffen auf die Systeme des Österreichischen Bundesheeres. Im Zuge seiner Tätigkeit gelang es ihm auch, eine bedeutende Schwachstelle in einem auf künstlicher Intelligenz basierenden Analysesystem aufzuzeigen.
Besonders hervorzuheben ist, dass sich Gefreiter Felber mit seinem Team im Rahmen der "Austrian Cyber Security Challenge" gegen Mitkonkurrenten in seiner Klasse behaupten und den Sieg einfahren konnte.
Internationale Übung "Locked Shields 2022"
Aufgrund seiner ausgezeichneten Fähigkeiten wurde er vom Militärischen Cyberzentrum für die Teilnahme an der internationalen Übung "Locked Shields 2022" ausgewählt. In einem deutsch-österreichischen Team hat er durch die Entwicklung spezieller Abwehrtools einen wesentlichen Beitrag zum Erfolg dieser Übung erbracht.
Gefreiter Felber hat seinen Grundwehrdienst mit hoher Motivation abgeleistet und durch sein Wirken wesentlich zur Erhöhung der IKT-Sicherheit im Österreichischen Bundesheer beigetragen. Durch seine internationalen Erfolge hat er auch für ein äußerst positives Image des Bundesheeres in seinem Fachbereich gesorgt.
"Foto: Bundesheer/Presse"
Zypern, 15. Februar 2022 - Am 14. August 1974 waren es vier österreichische UN-Friedenssoldaten, die einen Angriff auf den Ort Koshi, mit Hilfe friedlicher Vermittlung zwischen der griechisch zypriotischen Nationalgarde und den Zyperntürken, zu verhindern versuchten. Doch vergeblich - die Soldaten zogen sich aufgrund der vorherrschenden kritischen Lage zurück und warteten die Situation ab, beobachteten jedoch weiterhin die Situation vor Ort. Stunden später erfolgte ein Angriff der Nationalgarde, gefolgt von einem Überflug eines türkischen Jagdbombers. Dieser warf Bomben auf das UN-Fahrzeug des Trupps und über die in Deckung befindlichen Soldaten ab.
Beitrag Österreichs zum Frieden
Drei von vier Soldaten starben bei diesem Angriff. Drei Friedenssoldaten aus Österreich: Oberleutnant Johann Izay, Oberwachtmeister Paul Decombe und Korporal August Isak. Sie waren es, die für die Erfüllung ihrer Pflicht im Dienste des Friedens ihr Leben lassen mussten.
Verteidigungsministerin Klaudia Tanner: "Österreichs Ziel war es immer, für den Frieden in konfliktreichen Ländern zu sorgen. Dass diese tapferen Soldaten ihr Leben dafür geben mussten, das hat niemand gewollt. Doch das Bundesheer hat sich davon nicht einschüchtern lassen - voller Willenskraft und mit viel Tapferkeit lassen sich die Soldatinnen und Soldaten des Bundesheeres auch heute nicht davon abbringen, das Ziel weiterhin zu verfolgen: Frieden. In den vergangenen 62 Jahren haben mehr als 100.000 Soldatinnen und Soldaten und zivile Helfer, in über 100 internationalen friedensunterstützenden und humanitären Missionen, einen unverzichtbaren Beitrag Österreichs zum Frieden in der Welt geleistet."
UNO-Mission UNFICYP
Die Verteidigungsministerin besucht im Rahmen ihres zweitägigen Zypern-Aufenthaltes auch die UNO-Mission UNFICYP, an der das Bundesheer mit drei Soldaten beteiligt ist. Österreich ist seit den 1960er-Jahren auf der Mittelmeerinsel engagiert. Die UNO-Mission begann im Jahr 1964 nach bewaffneten Zusammenstößen zwischen der griechischen und türkischen Volksgruppe. Seither beteiligten sich mehr als 16.000 Österreicher an der Mission, seit dem Jahr 2001 ist das Bundesheer aber nicht mehr mit einem eigenen Kontingent, sondern nur mit Stabsoffizieren vertreten.
"Foto: Bundesheer/Roth"
Verteidigungsministerin Klaudia Tanner und die Direktorin des Mauthausen Memorial, Barbara Glück,unterzeichneten eine Absichtserklärung über eine tiefergehende und längerfristige Zusammenarbeit zwischen dem Österreichischen Bundesheer und der KZ-Gedenkstätte Mauthausen.
Tanner: "Wir fördern damit die 'Staats- und wehrpolitische Bildung' im Bundesheer"
"Diese langfristige Zusammenarbeit mit dem Mauthausen Memorial, besonders im Rahmen der 'Staats- und wehrpolitischen Bildung' der Offiziers- und Unteroffiziers-ausbildung, ist ein wesentlicher Beitrag des Ressorts zur gesamtstaatlichen und europäischen Strategie gegen Antisemitismus und Rassismus", so Verteidigungsministerin Klaudia Tanner in ihrer Rede.
Wesentliche Inhalte
In dieser Kooperationserklärung wurden folgende wesentliche Inhalte vereinbart:
Im Anschluss an die Unterzeichnung legte Verteidigungsministerin Tanner am Sarkophag der Gedenkstätte einen Kranz nieder. Das Österreichische Bundesheer unterstützt seit vielen Jahren vor allem durch das Militärkommando Oberösterreich die KZ-Gedenkstätte Mauthausen.
Neben der Unterstützung der Gedenk- und Befreiungsfeier leisten Pioniere des Bundesheeres im Bereich des ehemaligen Steinbruchs in regelmäßigen Abständen unentgeltlich Ausholzungsarbeiten.
Das Bundesheer und die KZ-Gedenkstätte Mauthausen setzen ihre im Jahr 2020 begonnene Zusammenarbeit fort. Auf Basis eines weiteren Kooperationsvertrages, der seit 29. November 2021 in Kraft ist, sollen 2022 die Themen Antisemitismus, Rassismus und Totalitarismus in der Bildungsarbeit des Bundesheeres weiter verankert werden.
Kooperation ausbauen und vertiefen
Die Kooperation nimmt die Ausbildung von Unteroffizieren und Offizieren an der Heeresunteroffiziersakademie und der Theresianischen Militärakademie des Bundesheeres in den Blick. Vorgesehen sind Besuche der KZ-Gedenkstätte Mauthausen in Form von Studientagen mit Vorträgen, Gruppenarbeiten und Diskussionen.
"Wir werden die bestehende Kooperation zum Themenkomplex Antisemitismus, Rassismus und Totalitarismus im Bundesheer weiter ausbauen und vertiefen. Diese langfristige Zusammenarbeit mit dem Mauthausen Memorial ist ein wesentlicher Beitrag des Ressorts zur gesamtstaatlichen und europäischen Strategie gegen Antisemitismus und Rassismus", so Verteidigungsministerin Klaudia Tanner.
Erweiterung der Bildungsarbeit bei Grundwehrdienern
Zudem wird die Bildungsarbeit bei Grundwehrdienst leistenden Soldaten des Bundesheeres mit thematischen Schwerpunkten erweitert. An der KZ-Gedenkstätte Melk werden vom "Verein Merkwürdig - Zeithistorisches Zentrum" seit 2018 laufend Gruppen von Grundwehrdienern betreut. Die dabei gewonnenen Erfahrungen fließen in die Kooperation zwischen Bundesheer und KZ-Gedenkstätte Mauthausen ein und werden weiterentwickelt.
Inhaltlich steht eine gegenwartsbezogene Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit für ein demokratisches Miteinander im Mittelpunkt. Die Bildungsarbeit in Melk soll künftig als "Best-Practice-Modell" dienen, um die "Staats- und wehrpolitische Ausbildung" von Grundwehrdienern allgemein zu erweitern und zu stärken.
Wehrpolitische Informationsarbeit
Auch die höchste Bildungseinrichtung des Bundesheeres, die Landesverteidigungsakademie, ist Teil der Kooperation. Die Landesverteidigungsakademie übernimmt einerseits die Koordinierung aller Projektbeteiligter, andererseits sorgt sie für die inhaltliche Miteinbeziehung zukünftiger Kommandantinnen und Kommandanten in den Entwicklungsprozess.
Ein Novum ist auch die Integration der wehrpolitischen Informationsarbeit. Informationsoffiziere mit besonderen Kenntnissen, Ausbildung und Interesse werden in den Bundesländern in die Bildungsarbeit eingebunden.
Ein Meilenstein der Kooperation ist eine wissenschaftliche Konferenz in Graz, bei der unter anderem zum Thema "Erinnerung an Orten der Gewalt in der NS-Zeit am Beispiel der Belgier-Kaserne" mit Expertinnen und Experten diskutiert wird. Im Rahmen der Konferenz wird eine Gedenkzeremonie zu den während der NS-Zeit in der Belgier-Kaserne begangenen Verbrechen stattfinden. Geplant ist diese Veranstaltung für das Frühjahr 2022 unter Beteiligung einer breiten Öffentlichkeit.
Kooperation von hoher Bedeutung
Barbara Glück, Direktorin der KZ-Gedenkstätte Mauthausen, zur Zusammenarbeit mit dem Bundesheer: "Ziel unserer Arbeit ist nicht ausschließlich das Hinweisen auf Vergangenes, sondern die aktive Auseinandersetzung damit, wie die NS-Geschichte in unserer Gesellschaft und in unseren Institutionen nachwirkt. Eine erste Begegnung mit den Verbrechen der NS-Zeit findet in der Regel in der Schule statt. Die Kooperation mit dem Bundesheer ermöglicht eine vertiefende Beschäftigung mit der Thematik in weiteren Ausbildungs- bzw. Lebensphasen. Somit ist die Kooperation von hoher Bedeutung."
Mit Unterstützung der KZ-Gedenkstätte Mauthausen soll die Auseinandersetzung mit dem Themenkomplex Antisemitismus, Rassismus und Totalitarismus am Beispiel des KZ-System Mauthausen in den Strukturen des Bundesheeres nachhaltig verankert werden.
Tagesbefehl der Frau Bundesministerin anlässlich "Bevölkerung honoriert Leistungen des Bundesheeres"
26. Oktober 2021 - Werte Soldatinnen und Soldaten, werte zivile Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter!
"Das Bundesheer ist immer für die Bevölkerung da"
Der Nationalfeiertag ist immer auch eine gute Gelegenheit, der Bevölkerung zu zeigen, dass das Österreichische Bundesheer immer für sie da ist.
Gerade die Corona-Pandemie mit den vielen Assistenzeinsätzen und Unterstützungsleistungen hat bewiesen, dass das Bundesheer neben der klassischen Landesverteidigung auch die strategische Reserve der Republik Österreich ist. An Spitzentagen waren rund 8.000 Soldaten, Soldatinnen und Zivilbedienstete in In-und Auslandseinsätzen tätig. Aktuell sind es immer noch rund 550 Kräfte, die zur Unterstützung der Gesundheitsbehörden im Kampf gegen das Virus eingesetzt sind. Dazu kommen noch 1.300 Männer und Frauen, die neben den Normaufgaben des Bundesheeres im sicherheitspolizeilichen Assistenzeinsatz Migration an unseren Grenzen stehen. Im Ausland sind derzeit mehr als 800 Soldatinnen und Soldaten in 14 Missionen eingesetzt. Für all diese Einsätze danke ich Ihnen sehr!
Doch die Pandemie und die irreguläre Migration werden nicht die letzten Bedrohungen sein, mit der wir uns in Österreich und in Europa beschäftigen werden. Denn eines ist ein Faktum: Die Sicherheitslage in Europa wird sich in den kommenden Jahren verschlechtern und die Herausforderungen werden steigen. Das zeigt uns das Risikobild der kommenden Jahre. Die gute Nachricht ist: Wir wissen einigermaßen gut, was auf uns zukommt und können uns dementsprechend vorbereiten. Es sind neben den Pandemien und der Migration die Herausforderungen und Szenarien des 21. Jahrhunderts wie Terrorismus, Cyberattacken, Naturkatastrophen und Blackouts. Naturkatastrophen mit ihren Folgen und den dementsprechenden Einsätzen des Bundesheeres haben wir in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten ja schon zur Genüge erlebt, wahrscheinlich werden sie durch den Klimawandel noch verstärkt. Ein Blackout wiederum ist gemäß unsere Sicherheitsexperten ein weiteres einsatzrealistisches Szenario, das in den kommenden fünf Jahren eintreffen wird. Die Frage ist nicht ob, sondern wann es passieren wird! Unsere Aufgabe als Österreichisches Bundesheer ist in so einem Fall, dass wir die Führungsfähigkeit der Republik unterstützen und im Katastrophenfall den anderen Einsatzorganisationen als strategische Reserve helfen können.
Wir sind seit Beginn meiner Amtszeit nun dabei, das Bundesheer zu einem modernen Heer aufzurüsten, das die neuen sicherheitspolitischen Herausforderungen auch bewältigen kann. Nach dem jahrelangen Rückstau haben wir eine Trendwende eingeläutet und es geht mit dem Bundesheer wieder bergauf! Wir haben es geschafft, zum dritten Mal in Folge das höchste Verteidigungsbudget der Geschichte für unser Bundesheer auszuhandeln. Das Verteidigungsbudget für das nächste Jahr 2022 beträgt rund 2,7 Milliarden Euro. Darin enthalten sind auch die Sonderfinanzierungspakete für die kommenden Jahre, die wir letztes Jahr verhandelt haben.
Mit diesen Mitteln wollen wir insbesondere in die Bereiche der Terrorabwehr, der ABC- und Cyber-Abwehr, der Katastrophenabwehr sowie in die Modernisierung der Miliz investieren und uns bereit für die Bedrohungen unserer Zeit machen. Insgesamt sprechen wir dabei von einem Sonderinvestitionsvolumen von über 600 Millionen Euro.
Aber auch in die Ausrüstung, in moderne Waffensysteme und in die Infrastruktur unserer Kasernen investieren wir. Seit meinem Amtsantritt haben wir bereits 250 Mio. Euro in die Sanierung, Modernisierung, die Herstellung der Autarkie und Ökologisierung der Kasernen investiert. In Summe werden es bis 2025 über 800 Millionen Euro sein.
Die notwendige sicherheitspolitische Schwergewichtssetzung erfordert auch eine Weiterentwicklung der obersten und oberen Führung hin zu einer insgesamt schlankeren, nachhaltigen und schnelleren Führungsstruktur des Österreichischen Bundesheeres und in der Zentralstelle. Diese Umstrukturierung der Zentralstelle erfolgt unter dem Leitspruch: „Von der Verwaltungsorganisation zu einer Service- und Führungsorganisation“.
Die militärische Führung des Bundesheeres wird nun durch die Generaldirektion für Landesverteidigung als Teil des ÖBH sichergestellt. Der Chef des Generalstabes steht neben seiner Funktion in der Zentralstelle gleichzeitig an der Spitze dieser Generaldirektion für Landesverteidigung.
Die Aufgaben des bisherigen Generalstabs werden im Wesentlichen mit jenen des Kommandos Streitkräfte und des Kommandos Streitkräftebasis durch Harmonisierung der militärstrategischen und operativen Führung des Bundesheeres zusammengeführt. Die Struktur der Streitkräfte auf der Ebene Militärkommanden, Brigaden und Heereslogistik bleibt grundsätzlich unverändert. Alle bisher dem Kommando Streitkräfte bzw. Kommando Streitkräftebasis zugeordneten Organisationselemente, aber auch die Akademien, das Amt für Rüstung und Beschaffung, das Amt für Rüstung und Wehrtechnik sowie das Militärische Immobilienmanagement werden der Generaldirektion für Landesverteidigung zugeordnet. Diese Maßnahmen sollen das Bundesheer in die Zukunft führen.
Werte Soldaten, Soldatinnen und Zivilbedienstete!
Abschließend möchte ich Ihnen für Ihren unermüdlichen Einsatz für die Landesverteidigung danken und auch dafür, dass Sie in der schwierigen Zeit der Pandemie durchhalten und weiterhin Ihre Leistung zeigen. Sie tun dies zum Schutz und der Sicherheit der österreichischen Bevölkerung. Daran soll uns auch dieser Nationalfeiertag erinnern.
Es lebe das Österreichische Bundesheer! Es lebe die Republik Österreich!
Fotos zu diesem Artikel "Foto: Bundesheer/Karlovits"
"Blackout - Der Herzschlag-Event unserer Republik" war großer Erfolg
Tulln, 01. Oktober 2021 - Das Thema "Blackout" wird als einsatzrealistisches Szenario auch für das Österreichische Bundesheer immer wichtiger. Ein europaweiter Strom-, Infrastruktur- sowie Versorgungsausfall ist ein realistisches und gleichzeitig unterschätztes Risiko. Mit der knapp eineinhalbstündigen Aufführung wurde am 30. September abends auf der Donaubühne in Tulln dazu eine beeindruckende Live-Performance durchgeführt.
2.500 begeisterte Zuschauer
Die Freiluftaufführung wurde durch rund 100 Militärmusikerinnen und -musiker mit völlig neuen Arrangements gestaltet. Mit der Militärmusik traten auch die international bekannten Sängerinnen und Sänger Marjan Shaki, Cesár Sampson und Herbert Lippert auf. Marjan Shaki: "Als Künstlerin freue ich mich, bei diesem einzigartigen Projekt dabei zu sein. Für mich als Privatperson und Mutter ist es beruhigend, live zu sehen, wie professionell unser Land und das Bundesheer auf den Fall der Fälle reagieren können."
"Auch wenn wir alle hoffen, dass ein Blackout nicht zur Realität wird, sollten wir uns bestmöglich darauf vorbereiten. Ich bin stolz, mit meinem Auftritt bei diesem spannenden 'Projekt Blackout' meinen Teil dazu beitragen zu können", so Herbert Lippert. Cesár Sampson zum Event: "Ich war sofort Feuer und Flamme für dieses Projekt, als ehemaliger Sozialarbeiter ist mir absolut bewusst, wie wichtig es ist, die Österreicher und Österreicherinnen möglichst gut über einen kommenden 'Blackout' zu informieren."
Aufgrund der hohen Nachfrage war die Veranstaltung mit insgesamt 2.500 reservierten Plätzen völlig ausgebucht. Deshalb wurde auch die Generalprobe öffentlich zugänglich gemacht - es herrschte auch am 29. September bereits reichlich Andrang.
General Robert Brieger wurde in der Wahl zum „Chairman of the European Union Military Committee” von allen Staaten bestätigt und übernimmt damit den Vorsitz aller Generalstabschefs der Europäischen Union. Die Wahl fand am 19. Mai mit allen 27 EU-Staaten in Brüssel statt.
In einer offenen Runde wurde mit den Vorsitzenden über die Kandidatur von General Robert Brieger abgestimmt. Er übernimmt den Vorsitz von General Claudio Graziano (Italien) für die nächsten drei Jahre; die Amtsübergabe wird mit Mai 2022 erfolgen.
Der Vorsitzender aller Generalstabchefs der Europäischen Union wird alle drei Jahre neu gewählt. Mit der Wahl von General Brieger ist es nach Generalleutnant Wolfgang Wosolsobe (2013 bis 2016 Generaldirektor des Militärstabs der Europäischen Union) bereits der zweite hochrangige Offizier in einer Spitzenposition in der Europäischen Union.
General Brieger (64) ist seit 24. Juli 2018 Generalstabchef des Österreichischen Bundesheeres. Er begann seine militärische Laufbahn 1975, als er zum Präsenzdienst einrückte. Von 1976 bis 1979 besuchte er die Militärakademie und wurde 1982 Kompaniekommandant im Panzerbataillon 33. Von 1985 bis 1988 absolvierte er die Generalstabsausbildung. Danach war er unter anderem in der Funktion als Stabschef der 9. Panzergrenadierbrigade in Götzendorf tätig. Er war zwölf Jahre lang für die militärstrategische Führung sowie die Planung und Vorbereitung der Einsätze des Bundesheeres im In- und Ausland in verschiedenen Leitungsfunktionen im Verteidigungsministerium verantwortlich. Unter seiner Führung als Gruppenleiter erfolgte die Planung und Vorbereitung für den Tschad-Einsatz 2008 bis 2010. Brieger war maßgeblich am Transformationsprozess des Österreichischen Bundesheeres sowie an der Ausarbeitung und Umsetzung der Streitkräfteplanung ÖBH 2010 mitbeteiligt. Vor seiner Zeit als Generalstabchef diente er als Stabschef des Verteidigungsministers.
General Brieger kann auf eine langjährige Auslandserfahrung verweisen. Er absolvierte Kurse an der Führungsakademie der Deutschen Bundeswehr, an der NATO-Schule in Oberammergau und am NATO Defense College in Rom. Er war Kommandant des österreichischen Kontingents im Kosovo in den Jahren 2001 und 2002 und führte von 2011 bis 2012 als Kommandant der EUFOR-Truppe in Bosnien und Herzegowina 1.700 Soldatinnen und Soldaten aus insgesamt 25 Nationen.
„Wir sind stolz, dass mit General Robert Brieger ein Österreicher die höchste militärische Funktion in der Europäischen Union übernimmt. Seine Bestellung ist eine weitere Bestätigung für die ausgezeichneten Leistungen der österreichischen Soldatinnen und Soldaten im internationalen Staatenverbund,” so Verteidigungsministerin Klaudia Tanner.
Foto: Bundesheer/Gunter Pusch
In den kommenden vier Jahren liefert eine Bäckerei in Niederösterreich 80.000 Stück Roggenvollkornbrot-Dosen für die Bundesheer-Soldaten.
Am Freitag, den 21. Mai, besuchte Verteidigungsministerin Klaudia Tanner die Bäckerei Deiser. Der Betrieb erhielt in einer öffentlichen Ausschreibung den Zuschlag für die Einsatzverpflegung. Ministerin Tanner machte sich selbst ein Bild und wurde vor Ort in den Produktionsablauf der Bäckerei und Regionalitäten der Zutaten eingewiesen.
„Die Bäckerei Deiser ist ein verlässlicher Partner, der sich auf vorbildliche Weise dem Nachhaltigkeitsgedanken verschrieben hat. Der Einsatz klimagerechter Verpflegung durch die Verwendung regionaler Produkte, verarbeitet auf Basis nachhaltiger Produktionsmethoden, ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Ich bin fest davon überzeugt, dass dieses neue, hochwertige Dosenbrot unseren Soldatinnen und Soldaten schmecken und für ihre Aufgaben viel Energie bringen wird”, so Verteidigungsministerin Klaudia Tanner.
Im Zuge der Maßnahmen zur Erreichung der Kasernen-Autarkie ist die Versorgung mit Einsatzverpflegung von wesentlicher Bedeutung. Bei einem Ausfall der Normversorgung, zum Beispiel durch ein Blackout, wird mit Hilfe einer von Lieferanten unabhängigen Verpflegung die Durchhaltefähigkeit in den Kasernen sichergestellt – sowohl im Inland als auch bei den Auslandskontingenten. Wesentlicher Bestandteil dieser „Verpflegsreserve” sind dabei die von der Bäckerei Deiser produzierten Brotkonserven. Von ihnen wurden bereits 7.600 Portionen für die Bevorratung in Auslandseinsätzen an das Bundesheer geliefert.
Seit heuer wird dieses Konzept bereits bundesweit in neun Kasernen des Bundesheeres für 7.800 Personen betrieben. Dabei soll es möglich sein, zwei Wochen ohne Normalversorgung durchzuhalten; insgesamt ist das in 100 Kasernen für 30.700 Personen geplant.
Die Bäckerei Deiser ist seit 2018 energieautark und arbeitet vollständig mit erneuerbaren Energien. Sie hat die Produktion von Dosenbrot in Österreich erstmals seit 20 Jahren wieder aufgenommen. Das Besondere an diesem Brot ist, dass es bis zu zehn Jahre haltbar bleibt. Das kommt dem Autarkieprojekt des Bundesheeres entgegen. Das Heer bereitet sich auf Blackouts vor und investiert deshalb in selbstständige und unabhängige Kasernen; bis 2024 sollen die Maßnahmen hierzu abgeschlossen sein.
FOTO: Bundesheer/Pusch
Verteidigungsministerin Tanner besucht Heeresbekleidungsanstalt
Schwer entflammbare Uniform für HS-Piloten
Ganz besonders beeindruckt zeigte sich Verteidigungsministerin Tanner vom neuen, schwer entflammbaren Tarnanzug. Dieser ist seit November 2020 bei den Hubschrauberpiloten und den Auslandskontingenten in Erprobung.
Die heute erstmalig der Öffentlichkeit präsentierte schwer entflammbare Uniform der Hubschrauberpiloten ist mit weiterer Ausrüstung wie Plattenträger, Helm, ABC-Schutzausrüstung, etc. kombinierbar. International besteht der Trend, Hubschrauberpiloten im Einsatz gleich auszustatten wie die Land- und Spezialeinsatzkräfte, um nicht für den Gegner ein besonderes Ziel zu bieten. Sie verfügt darüber hinaus auch über einen speziellen Insektenschutz (Chemikalie), der ein Übertragen von Krankheiten durch Insekten verhindern soll; dies ist besonders bei Einsätzen in tropischen und subtropischen Regionen von Bedeutung.
"Foto: Bundesheer/Pusch"
Entwicklung, Beschaffung und Bevorratung von Textilien
Die Heeresbekleidungsanstalt ist die einzige Bundesdienststelle Österreichs, die Entwicklung, Beschaffung und Bevorratung von hochtechnischen und hochfunktionalen Textilien, Bekleidungen und Ausrüstungsgegenständen für den Schutz von Personal sicherstellt. Berücksichtigt wird dabei die immer globaler werdende Textilindustrie, Bedarfsträger sind das Österreichische Bundesheer und andere öffentliche Dienststellen.
Investition in die Sicherheit und in den Schutz
"Investition in die Bekleidung ist eine Investition in die Sicherheit und in den Schutz unserer Soldatinnen und Soldaten. Es ist wichtig, dass wir bei der Einsatzausstattung die Qualität und Funktionalität kontinuierlich verbessern – das sind wir unseren Soldaten schuldig", so Verteidigungsministerin Tanner.