12 italienische Jets M-346FA für das Bundesheer 

 

 Österreich finalisiert Ankauf

der M-346-FA

Österreich hat den Ankauf von zwölf Leonardo-M-346-FA-Jets abgeschlossen. Die neuen Flugzeuge ersetzen die 2020 ausgeschiedenen Saab 105 und schließen damit eine Lücke in der Luftverteidigung. Ab 2028 sollen sie in Linz-Hörsching stationiert werden. Der Stückpreis liegt bei rund 80 Millionen Euro, das gesamte Paket mit Bewaffnung, Simulator, Ausbildung und Wartung bei etwa 1,5 Milliarden Euro.

 

Zwei-Flotten-Strategie umgesetzt

Mit dieser Beschaffung setzt das Bundesheer ein Ziel um, das seit Jahren offen war: Die Zwei-Flotten-Strategie kann erstmals vollständig umgesetzt werden. Sie sieht vor, dass Österreich über zwei komplementäre Systeme verfügt – über die Eurofighter für die Luftraumüberwachung und über ein zweites, leichteres System für Training, Einsätze mit geringerer Intensität und zur Entlastung der Hochwertflotte. Bis jetzt fehlte der zweite Baustein. Mit der M-346 wird diese Lücke geschlossen.

 

Damit kehrt auch die Pilotenausbildung nach Österreich zurück. Seit dem Auslaufen der Saab 105 musste der fliegerische Teil der Ausbildung im Ausland erfolgen – vor allem in Italien und Deutschland. Mit dem neuen Jet kann die Ausbildung wieder vollständig im Inland stattfinden. Das erhöht die Verfügbarkeit, senkt langfristig Kosten und stärkt die operative Souveränität.

 

Impuls für Sicherheit und Standort

Für Verteidigungsministerin Klaudia Tanner und Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer ist der Ankauf ein sicherheitspolitischer und wirtschaftlicher Schritt. Der Jettrainer verbessert die Einsatzbereitschaft und schafft gleichzeitig industrielle Wertschöpfung im Land. Nach Jahren der Zurückhaltung verfolgt das Wirtschaftsministerium wieder klar den Kurs, sicherheitsrelevante Technologien und Forschung in Österreich zu stärken.

 

400 Millionen Euro an industriellen Kooperationen

Parallel zum Kauf wurde mit Italien ein Industrieabkommen abgeschlossen. Es soll rund 400 Millionen Euro an Aufträgen in Österreich auslösen. Vorgesehen sind Projekte in der Luftfahrttechnik, der Zulieferindustrie, der Digitalisierung und in Forschungsfeldern wie Materialtechnologie, Simulation oder Sensorik.

 

Das Abkommen ist so gestaltet, dass es österreichische Sicherheitsinteressen wahrt und zugleich europarechtskonform bleibt: Profitieren sollen jene Unternehmen, die technisch die besten Lösungen anbieten.

 

Rückfluss der Investitionen

Die Bundesregierung verfolgt das Ziel, möglichst viel der eingesetzten Steuermittel als heimische Wertschöpfung zurückzuführen. Industrielle Kooperationen sollen die technologische Souveränität stärken, Lieferketten stabilisieren und Arbeitsplätze sichern. Der Bereich ist im Regierungsprogramm als strategisch wichtig verankert.

 

 

M-346FA für das Bundesheer: Details zum Trainingsjet-Kauf

Der geplante Kauf bewaffnungsfähiger italienischer Trainingsflugzeuge vom Typ Leonardo M-346FA durch das Bundesheer sorgte zuletzt für innenpolitische Diskussionen. Nun hat das italienische Verteidigungsministerium eine Übersicht der „Ausstattungs-Wünsche” des Bundesheeres veröffentlicht.

 

Aber alles der Reihe nach: Beginnen wir mit der Typenentscheidung Ende des vergangenen Jahres, als sich Verteidigungsministerin Klaudia Tanner nach einem Request for Informations und anhand einer sogenannten typenbereinigten Vorlage zugunsten des M-346FA von Leonardo und damit gegen die ebenfalls zur Wahl gestandenen L-39NG von Aero Vodochody (-> Ungarns erste L-39NG-Piloten einsatzbereit) und die Boeing/Saab T-7A (-> T-7A verspätet sich weiter) entschieden hat.

Seitdem wird zwischen Österreich und Italien ein Government-to-Government-Geschäft zum Erwerb von zwölf Stück des Advanced Jet Trainers verhandelt. In den vergangenen Tagen sorgte dann die geplante Beschaffung aber für innenpolitische Aufregung. Oppositionsparteien und einige Medien warfen der Regierung vor, „Luxusjets” zu beschaffen und das Vorhaben „auf den gewählten Anbieter zugeschnitten” zu haben.

 

Die kolportierten Kosten von 1 bis 1,2 Milliarden Euro entsprechen einem, nach der „Zeitenwende” 2022 neu kalkulierten, Rahmen innerhalb der vorgesehenen 1,6 Milliarden Euro für Jets und begleitende Maßnahmen.

 

 

Parallel veröffentlichte das italienische Verteidigungsministerium (genauer: die Rüstungsagentur ARMAERO) am 5. Mai eine von der EU geforderte „Ex-ante-Bekanntmachung” zum geplanten Regierungsgeschäft mit Österreich. Der italienische Verteidigungsjournalist Pietro Batacchi vom italienischen Verteidigungsportal RID bezeichnet dies als „Determination to Contract” (DAC).

 

Zwei Optionen zu je sechs Maschinen gewünscht

 

Das Abkommen sieht die Beschaffung von zwölf M-346FA-Flugzeugen (Advanced Jet Trainer in der Fighter-Attack-Variante mit Bordradar) für Österreich vor. Es enthält allgemeine Angaben zur Konfiguration, logistischen Unterstützung und Schulungsleistungen. Zusätzlich gibt es Optionen für zwei weitere Lose zu je sechs Maschinen. Bemerkenswert ist die mitfinanzierte Integration der Iris-T-Lenkwaffe des deutschen Herstellers Diehl Defence und des Link-16, wie sie auch beim Eurofighter zum Einsatz kommen, sowie die Ausstattung mit 20-Millimeter-Kanonenbehältern und 70-Millimeter-Raketen, darunter die lasergelenkte Thales FZ 275 LGR. Ein Novum ist der enthaltene aktiv-störende Selbstschutzbehälter SPEAR von Elbit Systems aus Israel.

 

 

Die Detailkonfiguration, Anforderungen an Unterstützung und Ausbildung werden in einem späteren Procurement Agreement festgelegt. Offenbar sollen trotz der Beschaffung von zwölf FA-Maschinen nur acht Ausrüstungssätze zur Waffenintegration beschafft werden – was allerdings dem internationalen Standard entspricht, da ein Drittel der Flotte meist in Wartung ist. Für Zweitaufgaben wie Drohnenabwehr, Luftunterstützung oder Aufklärung ist dies ausreichend.

Neues Cockpit der M-346

Die vom Bundesheer gewünschten Maschinen im Block 20-Standard erhalten eine moderne Mensch-Maschine-Schnittstelle (HMI) mit großflächigem Display.

 

Für die optische Zielsuche und Zuweisung bei Tag und Nacht kann die M-346FA den Rafael Litening V EO/IR-Pod und den RecceLite-Aufklärungsbehälter tragen – auch wenn diese in der Ankündigung noch nicht erwähnt wurden. Jedoch sind diese Anforderungen schon dem Landesverteidigungsbericht 2022 an das Parlament zu entnehmen gewesen und wurden in der Form auch in die Planungspapiere für den Advanced Jet Trainer übernommen.

 

 

Bewaffnungsumfang international üblich

 

Innerhalb der geplanten 1,59 Milliarden Euro für die Luftraumüberwachung wäre diese Beschaffung abgedeckt und keineswegs überraschend oder intransparent. Auch die Bewaffnung bleibt im Rahmen international üblicher Standards: Sie entspricht der Ausrüstung, die Flugschüler bereits auf der PC-7 kennenlernen (Kanonenbehälter und 70-Millimeter-Raketen) und später im Einsatz mit dem Eurofighter (Iris-T) nutzen.

 

 

Interessant: Im italienischen Dokument ist die 2024 in Farnborough von Leonardo vorgestellte künftige Avionik- und Instrumentierung gemäß dem sogenannten „Block-20” nicht aufgeführt. Nach unseren Informationen wurde diese jedoch vom Bundesheer sehr wohl als Teil der gewünschten Kriterien definiert.

Nach der „Ex-ante-Bekanntmachung” wird zunächst eine Phase der Preisverhandlungen zwischen dem italienischen Verteidigungsministerium und Hersteller Leonardo folgen. Ziel ist ein finales Angebot, das den österreichischen Spezifikationen entspricht – vorsichtig geschätzt bis Mitte/Ende Juni. Parallel werden die Auswirkungen des Vertragswerts auf das Landesverteidigungsbudget erörtert. Mit einer Vertragsunterzeichnung ist frühestens Mitte Juli, spätestens vor dem 26. Oktober zu rechnen.

 

Die oben erwähnte „Ex-ante-Bekanntmachung” enthält:

 

  • 12 Advanced Jet Trainer in der Fighter Attack-Version Leonardo M-346FA mit zwei Optionen für je sechs weitere Maschinen
  • ·        Bewaffnung: 20 Millimeter Gun Pod Nexter (je 8) von KNDS
  • ·        Raketenwerfer LAU32 (je 16) von Thales
  • ·        SPEAR AECM Pod (8 Stück) von Elbit Systems: Der Pod wurde auch bereits an portugiesischen C-390M-Transportmaschinen von Embraer gesehen und ist nach uns vorliegenden Informationen auch – Stichwort aktiver Selbstschutz – für unsere C-390M angedacht)
  • Nach der „Ex-ante-Bekanntmachung” wird zunächst eine Phase der Preisverhandlungen zwischen dem italienischen Verteidigungsministerium und Hersteller Leonardo folgen. Ziel ist ein finales Angebot, das den österreichischen Spezifikationen entspricht – vorsichtig geschätzt bis Mitte/Ende Juni. Parallel werden die Auswirkungen des Vertragswerts auf das Landesverteidigungsbudget erörtert. Mit einer Vertragsunterzeichnung ist frühestens Mitte Juli, spätestens vor dem 26. Oktober zu rechnen.

 

 

Die oben erwähnte „Ex-ante-Bekanntmachung” enthält:

 

  • 12 Advanced Jet Trainer in der Fighter Attack-Version Leonardo M-346FA mit zwei Optionen für je sechs weitere Maschinen
  • ·        Bewaffnung: 20 Millimeter Gun Pod Nexter (je 8) von KNDS
  • ·        Raketenwerfer LAU32 (je 16) von Thales
  • ·        SPEAR AECM Pod (8 Stück) von Elbit Systems: Der Pod wurde auch bereits an portugiesischen C-390M-Transportmaschinen von Embraer gesehen und ist nach uns vorliegenden Informationen auch – Stichwort aktiver Selbstschutz – für unsere C-390M angedacht)

 

 

FOTOS:

©Martin Rosenkranz, Archiv, Elbit Systems, Georg Mader 

Quelle: 

Besucherzaehler

Chronik UOG NÖ

1967  bis  2025

UOG Tirol

Truppen- und Familienbetreuung

2025/2026


UOG NÖ Zeitung Dezember 2025

Neu: Bildungsanzeiger online

Zeitschrift Miliz Info

Lehrlingsausbildung bei IKT der Luftstreitkräfte

Heer der Lüfte

die Luftstreitkräfte

Militär-

Neue Ausgabe Juni 2024

Links

 

ÖUOG

UOG - Wien

 

 CISOR

 

(Europäische Unteroffiziersvereinigung)

     HUAK

 

Vorteile und Sonderkonditionen

Profitieren Sie von Ermäßigungen für Eintrittskarten in Thermen, Schigebieten, Museen, Freizeitaktivitäten und vieles mehr.

 

https://betreuung.bundesheer.at/vorteile-und-sonderkonditionen 

bild 6.pdf
Adobe Acrobat Dokument 3.1 MB